Veranstaltungsprogramm 2021

 

 

Vortrag und Mitgliederversammlung am 20. Januar 2021 müssen wegen der aktuellen Infektionslage leider abgesagt werden.

Die Mitgliederversammlung wird am 17. Februar, der Vortrag von PD Dr. Brüser zur Villa Reitzenstein am 24. November nachgeholt.

 

 

Mittwoch, 17. Februar 2021 – abgesagt wegen der aktuellen Infektionslage

 

Vortrag Frau Dr. Katarina Horst:

„Mykene – Die sagenhafte Welt des Agamemnon“

Neuer Termin: 21. Juli 2021

 

 

Mittwoch, 14. April 2021

 

Vortrag Dr. Philipp Deeg:

„Katastrophen in der römischen Kaiserzeit"

 

Naturkatastrophen sind gleichsam allgegenwärtig. Sie wirken sich vielfältig auf die betroffenen Gesellschaften aus. Dazu gehört auch eine politische Dimension. Gerade im Krisen- und Kata-strophenfall muss politische Herrschaft sich bewähren. Da das Imperium Romanum sich wesentlich über den Multirisikoraum des Mittelmeers erstreckte, ist eine Vielzahl von Desastern einerseits und eine politische Dimension dieser Katastrophen andererseits für das römische Kaiserreich naheliegend. Es stellt sich die Frage, welche Hilfsmittel damals zur Verfügung standen und welche Rolle der Kaiser dabei spielte. Ob vom Kaiser Hilfe in der Katastrophe erwartet wurde, ist in der Forschung umstritten. Anhand von geschilderten historischen Beispielen spürt der Vortrag diesen Problemen nach. Und wie stellte sich vor diesem Hintergrund ein Schiffsunglück auf dem Neckar bei Marbach in jener Zeit dar?

 

Dr. Philipp Deeg studierte an der Universität Stuttgart Politik- und Geschichtswissenschaft und wurde dort 2019 mit einer Dissertation zum Vortragsthema bei Prof. Dr. Holger Sonnabend promoviert. Seit 2011 übernahm er am Historischen Institut Lehraufträge. In den letzten Jahren unterrichtete er an einem beruflichen Gymnasium Geschichte und Gemeinschaftskunde.

Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Mehr Demokratie e.V. Baden-Württemberg.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Mittwoch, 12. Mai 2021

 

Vortrag Dr. Tjark Wegner:

„Badekultur um 1500 im deutschen Südwesten: Heilbäder oder lüsterliche Badeanstalten?

 

Die Badekultur im deutschen Südwesten des 15. und 16. Jahrhunderts ist von verschiedenen Einflüssen und nicht minder wenigen Vorurteilen geprägt. Die zeitgenössischen Quellen zeichnen dabei ein buntes und sich teilweise widersprechendes Bild, das im Vortrag näher ausgeleuchtet werden soll: Einerseits entsteht das Bild verruchter Badehäuser, in denen sich Prostituierte herum-getrieben und ehrenhafte junge Männer verführt hätten. Andererseits finden sich zahlreiche städtische Ordnungen, die den Kontakt von Frauen und Männern im Badehaus präventiv zu unterbinden versuchten. Zum einen gibt es Texte, die abrieten, zu häufig zu baden, zum anderen finden sich medizinische Traktate, in denen Trinkkuren und bestimmte Heilquellen wissenschaftlich untersucht und dem interessierten, gebildeten Leser dringend empfohlen wurden.

 

Dr. Tjark Wegner studierte Geschichte und Latein an den Universitäten Trier und Tübingen. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Thema „Handlungswissen, Kommunikation und Netzwerke im Spät-mittelalter. Der Ulmer Stadtrat im Konflikt mit geistlichen Einrichtungen (1376-1531)“ promoviert. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen, und seit 2018 ist er als Assistent von Prof. Dr. Sigrid Hirbodian beschäftigt.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Mittwoch, 7. Juli 2021

 

Vortrag Frau Atessa Sonntag:

„Willi Baumeister – ein bedeutender Künstler der Moderne“

 

Friedrich Wilhelm (genannt Willi) Baumeister (1889–1955) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne. An der Stuttgarter Kunstakademie war er Schüler von Adolf Hölzel. Dort lernte er Oskar Schlemmer und Otto Meyer-Amden kennen, mit ihnen war Baumeister zeitlebens befreundet.

Baumeister war nicht nur Maler, sondern arbeitete zudem als Typograf, Werbegestalter und Bühnenbildner. Darüber hinaus schuf er zahlreiche kunsttheoretische Schriften. Auch als Professor an der Städtischen Kunstgewerbeschule (Städelschule) in Frankfurt am Main und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart erlangte er mit seinen modernen Lehrmethoden große Bekanntheit.  

Der Vortrag möchte die Vielseitigkeit dieses wichtigen Künstlers näher beleuchten.

 

Frau Atessa Sonntag ist Doktorandin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Zuvor studierte sie European Studies in Passau und Management von Kultur- und Non-Profit-Organisationen in Kaiserslautern.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Mittwoch, 21. Juli 2021

 

Vortrag Frau Dr. Katarina Horst:

„Mykene – Die sagenhafte Welt des Agamemnon“

 

Palastzeit ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. auch auf kleine Königreiche Mittelgriechenlands aus wie Mykene, Pylos und Theben. Von den Minoern auf Kreta wurden das Herrschaftssystem, Architektur, Schrift und Kunsthandwerk übernommen. Schließlich wurden die Minoer von den Mykenern dominiert und ihre Zentren Knossos und Chania in die mykenische Welt eingegliedert. Wie bei Troja ließ sich der Archäologe Heinrich Schliemann von Homers Epos „Ilias“ leiten und deutete Mykene als Familienburg der Atriden, als Sitz von Agamemnon, dem berühmten Anführer der Griechen. Schliemanns Entdeckungen ab 1876 brachten mächtige Architektur und kostbare Grabbeigaben des „goldreichen Mykene“ ans Licht. Die Kuratorin, Frau Dr. Horst, wird uns darüber informieren, wie die über 400 antiken Objekte aus Griechenland in die große Sonderausstellung des Badischen Landesmuseums (bis Juni 2019) kamen.

 

Frau Dr. Katarina Horst aus Lübeck hat an der Hochschule der bildenden Künste in Hamburg Kunst und Design studiert. Am Badischen Landesmuseum im Schloss Karlsruhe leitet sie die Abteilung Wissenschaft und Sammlungen mit dem Referat Antike Kulturen. Als Kuratorin der Ausstellung über Mykene ist sie eine qualifizierte Expertin für dieses Thema.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Ein Samstag im Monat Juli oder September 2021

 

Exkursion des Geschichtsvereins

„Barocke Freskenwelt um Ulm: Kloster Wiblingen und Schlosskirche Erbach“

Führung Prof. Wolfgang Urban

Organisation Frau Dr. Ritter

 

Wir informieren die Mitglieder und Interessenten rechtzeitig im Laufe des Frühjahrs.

Insbesondere auch diejenigen, die sich bereits für 2020 angemeldet und bezahlt haben.

 

Noch nicht 25-jährig schuf der vor 300 Jahren geborene Maler Franz Martin Kuen (1719 – 1771) das imposante, aussagenreiche Deckenbild des Bibliothekssaals der ehemaligen Benediktinerabtei Wiblingen. Diese künstlerische Schöpfung und die historische Wissenschafts- und Bibliothekskultur Wiblingens bilden die Ouvertüre unserer Geschichts- und Kunstfahrt in das Umfeld der ehemaligen Reichsstadt Ulm. Die Klosterkirche von Wiblingen daneben erstrahlt durch die grandiosen Fresken von Januarius Zick (1730 – 1797), eines der letzten großen Meister dieses Metiers von europäischem Rang.

In der Schlosskirche von Erbach wiederum treffen wir auf das 1768 realisierte Spätwerk von Franz Martin Kuen mit seiner Darstellung der Schlacht von Lepanto des Jahres 1571. Eine weitere Station – nun schon auf der Heimfahrt – wird Unterwachingen sein. Das dortige Gotteshaus St. Cosmas und Damian, ein Bau von 1754 – 1756 des bedeutenden Architekten Johann Caspar Bagnato, zählt zu den kostbarsten Perlen unter den Dorfkirchen.

 

1-Tages-Exkursion.

Abfahrt am Sa von Leinfelden/Rathaus um 7:45 Uhr, von Echterdingen/Rathaus um 8:00 Uhr. Rückkehr am Abend gegen 19:00 Uhr.

Kosten für Busfahrt und Eintritte für Mitglieder pro Person (wahrscheinlich) 60.-€,

Nichtmitglieder bezahlen (wahrscheinlich) 65.-€.

Das Mittagessen in einem Gasthaus in Wiblingen ist nicht im Preis enthalten.

 

Anmeldungen bitte schriftlich bis spätestens Ende April bzw. Juni 2021,

weitere Informationen unter 0711-7977870 (Hr. Kühnle).

 

 

Mittwoch, den 13. Oktober 2021    

 

Vortrag Dr. Steffen Kaiser: 

„Zwischen Hunger, Klima und Weltmarkt: die Entstehung der modernen Landwirtschaft in Württemberg“

 

Getrieben von Hungerkrisen sowie klimatischen und marktwirtschaftlichen Wandlungsprozessen mussten Politik und Landwirte im 19. Jahrhundert neue Wege gehen. Unterstützung fanden sie in der sich herausbildenden Agrarwissenschaft, die neue Erkenntnisse in Pflanzenbau und Tierzucht lieferte. Im Königreich Württemberg können die Veränderungen in der landwirtschaftlichen Produktionsweise dank der akribischen Arbeit des statistisch-topographischen Bureaus bzw. statistischen Landesamtes anhand umfangreicher statistischer Erhebungen aufzeigt werden. In Verbindung mit den Ideen und Vorstellungen der politischen und landwirtschaftlichen Akteure lassen sich die Wandlungsprozesse im Agrarsektor verdeutlichen und erklären. Außerdem bieten die Veränderungen des 19. Jahrhunderts Erklärungsansätze für die Ausrichtung unserer modernen Landwirtschaft.

 

Dr. Steffen Kaiser wurde 2019 in Stuttgart zu einer agrargeschichtlichen Arbeit promoviert. Zuvor studierte er in Tübingen Geschichte und Politik und spezialisierte sich dort auf die württembergische Landesgeschichte des 19. Jahrhunderts.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Mittwoch, 24. November 2021

Vortrag PD Dr. Joachim Brüser: 

„Vom Witwensitz zum Regierungssitz – Die Villa Reitzenstein in Stuttgart“

 

Baronin Helene von Reitzenstein ließ die Villa zwischen 1910 und 1913 in wunderbarer Halbhöhen-lage über Stuttgarts Talkessel für sich als Witwensitz errichten. Aber bereits nach wenigen Jahren veräußerte sie die Immobilie. Neuer Eigentümer war das Land Württemberg, das nach längerem Leerstand hier 1925 den Staatspräsidenten mit Staatsministerium unterbrachte. Auch über die Brüche von Drittem Reich, amerikanischer Besatzung und Entstehung der Bundesrepublik blieb das Haus bis heute Sitz des Ministerpräsidenten und des Staatsministeriums.

Die Villa Reitzenstein ist damit einerseits Zeugnis der großbürgerlichen Wohnkultur im Kaiserreich, die mit Gold und Marmor prunkte. Andererseits ist sie seit 1925 Machtzentrale und politisches Zentrum des deutschen Südwestens.

 

PD Dr. Joachim Brüser hat Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Tübingen und Aix-en-Provence studiert. Promoviert wurde er 2008 mit einem Thema der frühneuzeitlichen Landesgeschichte; 2017 habilitierte er sich an der Universität Tübingen mit Forschungen zur Friedenssicherung im Reich nach dem Dreißigjährigen Krieg. Nach Tätigkeiten im Landesarchiv Baden-Württemberg und als Kulturamtsleiter der Stadt Kirchheim unter Teck ist er nun im Protokoll der Landesregierung im Staatsministerium Baden-Württemberg tätig und lehrt an der Universität Tübingen.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

Dem Vortrag geht die jährliche Mitgliederversammlung um 19 Uhr voraus.

 

 

Unsere Vorträge sind wie immer kostenfrei - Gäste sind herzlich willkommen!