Veranstaltungsprogramm 2022

 

 

 

Mittwoch, den 16. Februar 2022

 

Vortrag Dr. Tjark Wegner:

"Badekultur um 1500 im deutschen Südwesten: Heilbäder oder lüsterliche Badeanstalten?"

 

Die Badekultur im deutschen Südwesten des 15. und 16. Jahrhunderts ist von verschiedenen Einflüssen und nicht minder wenigen Vorurteilen geprägt. Die zeitgenössischen Quellen zeichnen dabei ein buntes und sich teilweise widersprechendes Bild, das im Vortrag näher ausgeleuchtet werden soll: Einerseits entsteht das Bild verruchter Badehäuser, in denen sich Prostituierte herumgetrieben und ehrenhafte junge Männer verführt hätten. Andererseits finden sich zahlreiche städtische Ordnungen, die den Kontakt von Frauen und Männern im Badehaus präventiv zu unterbinden versuchten. Zum einen gibt es Texte, die abrieten, zu häufig zu baden, zum anderen finden sich medizinische Traktate, in denen Trinkkuren und bestimmte Heilquellen wissenschaftlich untersucht und dem interessierten, gebildeten Leser dringend empfohlen wurden.

 

Dr. Tjark Wegner studierte Geschichte und Latein an den Universitäten Trier und Tübingen. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Thema „Handlungswissen, Kommunikation und Netzwerke im Spätmittelalter. Der Ulmer Stadtrat im Konflikt mit geistlichen Einrichtungen (1376-1531)“ promoviert. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen, seit 2018 ist er als Assistent von Prof. Dr. Sigrid Hirbodian beschäftigt.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

Es gilt 2G+ in der aktuellen Regelung.

 

 

Mittwoch, 16. März 2022

 

Vortrag Dr.  Philipp Deeg:

"Katastrophen in der römischen Kaiserzeit"

 

Naturkatastrophen sind gleichsam allgegenwärtig. Sie wirken sich vielfältig auf die betroffenen Gesellschaften aus. Dazu gehört auch eine politische Dimension. Gerade im Krisen- und Katastrophenfall muss politische Herrschaft sich bewähren. Da das Imperium Romanum sich wesentlich über den Multirisikoraum des Mittelmeers erstreckte, ist eine Vielzahl von Desastern einerseits und eine politische Dimension dieser Katastrophen andererseits für das römische Kaiserreich naheliegend. Es stellt sich die Frage, welche Hilfsmittel damals zur Verfügung standen und welche Rolle der Kaiser dabei spielte. Ob vom Kaiser Hilfe in der Katastrophe erwartet wurde, ist in der Forschung umstritten. Anhand von geschilderten historischen Beispielen spürt der Vortrag diesen Problemen nach. Und wie stellte sich vor diesem Hintergrund ein Schiffsunglück auf dem Neckar bei Marbach in jener Zeit dar?

 

Dr. Philipp Deeg studierte an der Universität Stuttgart Politik- und Geschichtswissenschaft und wurde dort 2019 mit einer Dissertation zum Vortragsthema bei Prof. Dr. Holger Sonnabend promoviert. Seit 2011 übernahm er am Historischen Institut Lehraufträge. In den letzten Jahren unterrichtete er an einem beruflichen Gymnasium Geschichte und Gemeinschaftskunde. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Mehr Demokratie e.V. Baden-Württemberg.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Mittwoch, 13. April 2022

 

Vortrag Herr Markus Himmelsbach:

"Schwieriges Erbe – Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus"

 

Dies ist der Titel der aktuellen Ausstellung (bis 8. Mai), welche die kolonialen Verbindungen des Museums zwischen 1882 und ca. 1940 betrachtet. Die Darstellung des kolonialistischen Vereinswesens in Württemberg zeigt, wie tief verwurzelt der Kolonialismus auch in Stuttgart war.

Am Beispiel des sog. „Boxer-Kriegs“ in China (1900/01) rückt das Thema kolonialer Gewalt ins Blickfeld. Württemberger Soldaten zogen freiwillig in diesen Krieg, aus dem das Linden-Museum geplünderte Objekte besitzt. Württembergern, die an Kolonialexpeditionen und -kriegen teilnahmen, wurde ehrend mit Gedenktafeln und Denkmälern gedacht, die es teilweise noch heute gibt. Wie soll damit umgegangen werden?

Das koloniale Thema wird neuerdings in Wissenschaft und Gesellschaft breit und kontrovers diskutiert und von der Provenienzforschung unterstützt.

 

Markus Himmelsbach ist ausgebildeter Informatiker und arbeitete u.a. am DFG-Projekt „Koloniale Welten – Eine Vermessung des Kolonialismus in der Provinz“ mit; seit Herbst 2018 betreut er die Provenienz-Forschung am Linden-Museum in Stuttgart.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Samstag, 25. Juni 2022

 

Exkursion des GVLE: Barocke Freskenwelt um Ulm herum

 

          Näheres dazu s.u.

 

 

Mittwoch, 28. September 2022

 

Vortrag Frau Ulrike Palm: 

"Der bildende Künstler in der Gotik"

 

Die herausragende Handwerkskunst der Gotik schuf prachtvolle Altäre und Tafelbilder. Im Vortrag werden die Stilmerkmale der gotischen Mal - und Schnitzkunst, die Arbeitsweise des mittelalterlichen Künstlers in der Werkstatt und die damals verwendeten Techniken und Materialien erläutert. Dabei wird auch auf das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kunstwerke und deren restauratorische Erhaltung eingegangen.

 

Ulrike Palm ist Diplomrestauratorin für Gemälde und Skulpturen. Nach ihrem Studium in Wien, das sie mit Auszeichnung abgeschlossen hat und einen Preis für ihre Diplomarbeiten erhielt, arbeitete sie in Salzburg und absolvierte danach ein wissenschaftliches Volontariat am Landesmuseum Stuttgart. Momentan promoviert sie an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart über synthetische Bindemittel der Gemälde Willi Baumeisters.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

 

Mittwoch, 23. November 2022

 

Vortrag Dr. Joachim J. Halbekann:

"Wenn eine Mücke Geschichte macht – Die Reichsstadt Esslingen und die Grafen von Württemberg im Reichskrieg von 1310-1316"

 

Am 31. Juli 1312 stellten Schultheiss, Richter und Bürger der eigentlich württembergischen Stadt Stuttgart eine Urkunde aus, mit der sie eidlich beschworen, „ihren Leib und ihr Gut“ an das Römische Reich und an die Reichsstadt Esslingen zu übergeben. Und in Zukunft „undertaenig“ zu sein - und dies nicht weniger als „ewegeclich“. Ähnliche Diplome stellten zur selben Zeit weitere württembergische Städte - wie es in einem Siegesgedicht heisst - den „civibus invictis / a rege poli benedictis“, also den „unbesiegten und vom Himmelskönig gesegneten Bürgern“ der Reichsstadt aus. Im Verlauf des 1310 ausgebrochenen „Reichskrieges“ hatten die Esslinger den Kriegsgegner Graf Eberhard I. von Württemberg in diesem Sommer 1312 de facto besiegt. Die Reichsstadt stand im Begriff, zu einer regionalen Vormacht auf Basis einer unerhörten, neuen territorialen Verfassungs- konstruktion zu werden: In dieser historischen Situation war Esslingen zweifellos auf dem Höhepunkt seiner militärischen und politischen Macht. Aber: Es kam dann doch anders ...

 

Joachim J. Halbekann ist promovierter Historiker und ausgebildeter Archivar und leitet seit 2002 das Stadtarchiv Esslingen am Neckar.

 

Beginn: 19.30 Uhr im Bürgersaal der Zehntscheuer, Maiergasse 8 in Echterdingen.

 

Dem Vortrag geht die jährliche Mitgliederversammlung um 19 Uhr voraus.

 

 

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Unsere Vorträge sind wie immer kostenfrei - Gäste sind herzlich willkommen!

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Die von Frau Dr. Ritter geplante und zweimal verschobene Eintages-Exkursion nach Wiblingen mit Prof. Urban nehmen wir uns erneut vor. Wenn es der weitere Verlauf der Corona-Pandemie nicht kurzfristig verhindert, fahren wir im Frühsommer.

 

Neuer Termin: Samstag, 25. Juni

 

Wir informieren die Mitglieder und interessierte Gäste über den Stand der Vorbereitungen bei unseren Vorträgen, im Amtsblatt LE und immer aktuell auf dieser Homepage.

Insbesondere diejenigen, die sich bereits für 2020 und 2021 angemeldet haben und auch schon ihren Teilnehmerbeitrag bezahlt haben.

Die Anmeldungen aus 2020 und 2021 behalten ihre Gültigkeit und müssen nicht wiederholt werden. Sie werden jedoch telefonisch noch einmal von uns abgefragt.

Wir fahren in einem großen Reisebus, der nur mit einer begrenzten Teilnehmerzahl besetzt sein wird.

 

 

 

Samstag, 25. 06. 2022

 

"Barocke Freskenwelt um Ulm: Kloster Wiblingen und Schlosskirche Erbach"

Exkursion des Geschichtsvereins

Führung Prof. Wolfgang Urban

 

Noch nicht 25-jährig schuf der vor 300 Jahren geborene Maler Franz Martin Kuen (1719– 771) das imposante, aussagenreiche Deckenbild des Bibliothekssaals der ehemaligen Benediktinerabtei Wiblingen. Diese künstlerische Schöpfung und die historische Wissenschafts- und Bibliothekskultur Wiblingens bilden die Ouvertüre unserer Geschichts- und Kunstfahrt in das Umfeld der ehemaligen Reichsstadt Ulm. Die Klosterkirche von Wiblingen daneben erstrahlt durch die grandiosen Fresken von Januarius Zick (1730 – 1797), eines der letzten großen Meister dieses Metiers von europäischem Rang.

In der Schlosskirche von Erbach wiederum treffen wir auf das 1768 realisierte Spätwerk von Franz Martin Kuen mit seiner Darstellung der Schlacht von Lepanto des Jahres 1571.

Eine weitere Station – nun schon auf der Heimfahrt – wird Unterwachingen sein. Das dortige Gotteshaus St. Cosmas und Damian, ein Bau von 1754 – 1756 des bedeutenden Architekten Johann Caspar Bagnato, zählt zu den kostbarsten Perlen unter den Dorfkirchen.

 

 

1-Tages-Exkursion.

 

Abfahrt am Sa, 25.06. 2022 von Leinfelden/Rathaus um 7:45 Uhr,

von Echterdingen/Rathaus um 8:00 Uhr. Rückkehr am Abend gegen 19:00 Uhr.

 

Kosten für Busfahrt u. Eintritte für Mitglieder pro Person 60.-€, Nichtmitglieder bezahlen 65.-€.

Das Mittagessen in einem Gasthaus in Wiblingen ist nicht im Preis enthalten.

 

Anmeldungen bis spätestens Ende März 2022.

 

Weitere Auskunft zu Anmeldungen: Tel. 0711-79 77 870 (Kühnle)